Von schlechten Freunden und Straßenfesten

Ja. Jetzt sitze ich hier. Im Haus meiner Großeltern in einem Kaff mitten im nirgendwo. Zugegeben: So hatte ich meinen Freitagabend nicht geplant. Viel eher sollte ich jetzt mit zwei Freundinnen in der Innenstadt sein, über das größte Straßenfest unserer Stadt schlendern und Cocktails-to-go trinken. Beyonce hat meine jetzige Stimmung in einem ihrer Lieder ziemlich gut zusammengefasst: Took 45 minutes to get all dressed up. And we ain’t even gonna make it to this club. Gut, Queen B hatte das in einem deutlich anderen und durchaus nicht jugendfreien Sinn gemeint, aber so geht es mir nun. Ich bin wie ein Depp in glühender Sommerhitze nach Hause gerannt, hab in zehn Minuten was zu Essen runtergeschlungen, mich neu geschminkt und meine neuen Ardell Wispies aufgeklebt, nur um dann auf dem Weg zur Haustür zu erfahren, dass die beiden Mädels eigentlich keinen Bock hatten hinzugehen. BOOM! POW! Meine Laune war im Keller. All die Vorfreude, die mich in der Uni davor bewahrt hatte in meinen langweiligen Seminaren einzuschlafen, war umsonst. Immerhin bekannten sich die beiden Damen kompromissbereit. Wir sollten uns also nun doch eine Stunde später als geplant in der Stadt treffen – in der Hoffnung, der Wettergott meine es gut mit uns. Meine Laune stieg gerade wieder in Richtung Dachgeschoss, da klingelte mein Handy. Ich erkannte die beiden quietschigen Stimmen. Sie hatten es sich nochmal überlegt und wollten doch eher zu Hause bleiben. Dieses Mal sank meine Laune unterirdisch tief. ‘Langsam geht ihr mir beide auf den Keks. Ihr fuckt mich ab. Ich bleibe jetzt zu Hause.’ Mit den Worten war die Sache für mich durch.

So bin ich also hier gelandet. Habe meinen süßen Rock gegen meine rosa Jogginghose eingetauscht, meine rote Schleife aus den Haaren genommen und die falschen Wimpern abgemacht. Einzig und allein mein perfekt gezogener Lidstrich erinnert an meine einstigen Pläne für heute Abend.

https://i0.wp.com/imgace.com/wp-content/uploads/2011/10/i-love-you-couch-you-understand-me-lolcat.jpgWas wir daraus gelernt haben? Erstens, sagt mir bitte rechtzeitig Bescheid, wenn sich die Pläne ändern. Denn JA, ich brauche nun mal lange vor dem Spiegel und fange auch dementsprechend früh an mich fertig zu machen. Zweitens, ich bin temperamentvoll. Wenn du mir irgendwann auf den Keks gehst, dann sag’ ich dir das auch und wagst du es mich zu provozieren, werfe ich dir einen verdammten Stein an den Kopf. Und drittens, manche Menschen sind es nicht wert, dass du deine teure Chanel Mascarara wegen ihne verweinst. Wenn sie dich nicht mehr glücklich machen, dann wirf sie in die Tonne und such’ dir neue Freunde!

Also Cheers!

Cheers auf schlechte Freunde und Straßenfeste.

Cheers an alle, die das Gefühl kennen perfekt zurecht gemacht und nun heulend auf der Bettkante zu sitzen.

Ich werde meinen Freitagabend auf der Couch verbringen und öffne mir jetzt einen Sekt (oder irgendetwas anderes Alkoholisches was der Kühlschrank hergibt).

xoxo Laura Belle

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3 thoughts on “Von schlechten Freunden und Straßenfesten

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