Die Wahrheit über Prinz Charming Teil 1

Wir alle kennen die zauberhaften Märchen von Aschenputtel, Dornrösschen und Schneewittchen. Wir erinnern uns an das naive Mädchen, das auf eine böse List reinfällt und schließlich von ihrem Prinzen gerettet wird. Wie gerne würde ich euch sagen, dass mein Märchen von der Liebe auch so endete, doch leider wurde mein Leben nicht von den Brüdern Grimm geschrieben. Jedenfalls traf auch ich einst auf meinen Prinz Charming (zumindest dachte ich das).

Es geschah an einem warmen Sommertag im Juli 2013 auf den Straßen einer hessischen Kleinstadt. Wir trafen uns also nicht in einem fürstlichen Rosengarten oder einer von Dornen ummantelten Burg, durch die er sich hindurch kämpfen musste, sondern auf einem ganz einfachen Straßenfest. Anfangs war ich gar nicht begeistert von der Idee meiner Freundin auf das alljährliche Fest unserer Stadt zu gehen (wenn ich Lust auf betrunkene 13jährige und knutschende Pärchen hätte, dann bräuchte ich bloß RTL einschalten). Jedenfalls konnte sie mich dennoch überreden und so warf ich mir mein süßestes Sommertop über und traf sie in der Stadt. Die erste Zeit verbrachten wir mit dem üblichen Getratsche bis wir uns mit unserer 5 Euro Erdbeerbowle auf die nächste Wiese setzten. Umgeben von picknickenden Pärchen und umher rennenden Kindern,  fiel mir eine Gruppe junger Männer auf, die an der Parkbank gegenüber standen und sich laut unterhielten. Ich schenkte ihnen nicht weiter Beachtung, obwohl offensichtlich war, dass ihre Blicke mehrmals zu uns rüber wanderten. Ich war gerade dabei mein leeres Glas penibel in meine Tasche zu stecken, als ich einen großen Schatten neben mir bemerkte. Ich schaute hoch und plötzlich stand er da – mein Prinz Charming. Doch anders als in den meisten Märchen kam er nicht auf einem weißen Pferd und in Ritterrüstung angeritten, sondern begrüßte mich in einem H&M Shirt, Turnschuhen und Bier in der Hand. Mein Herz machte einen Sprung, als ich in seine blauen Augen schaute. Er war groß, hatte blondes volles Haar, breite Schultern und ein verschmitztes Lächeln. Erwartungsvoll schaute ich ihn an. „Kann ich…äh…kann ich deine Nummer haben?“, sagte er und hielt mir sein Handy hin. Perplex griff ich danach und gab meine Nummer ein. Und genauso schnell wie er aus dem Nichts kam, ging er wieder. Den Rest des Tages dachte ich über unsere kurze Begegnung nach. Fragen wie: ‘Wird er mir schreiben? Was soll ich antworten? Soll ich zum ersten Date eine Hose oder ein Kleid tragen?’ spukten in meinem Kopf herum.

Die Tage vergingen und ich hatte immer noch keine Nachricht von ihm erhalten. Vermutlich fand er mich aus der Nähe betrachtet doch nicht so hübsch, sagte mir eine Stimme in meinem Kopf, während ein Teil von mir insgeheim hoffte, dass er lediglich angefahren und nun im Krankenhaus liegen würde. Vermutlich wären all seine Finger gebrochen und er würde verzweifelt nach Jemandem suchen, der mir eine SMS schicken könnte! Ja, die zweite Variante fand ich viel besser!

Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, da klingelte eines Morgens mein Handy. Schlaftrunken nahm ich ab und vernahm eine männliche Stimme. Wie eine Eins saß ich plötzlich im Bett. Es war Prinz Charming.

Fortsetzung folgt…

[Bildquelle]

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